Dürfen Welpen rauchen? Die Erste.

Quatsch, was für eine Frage? Obwohl? So passiv rauchen, wenn ich da so manche Mütter mit ihren Kindern sehe? Wie mag es da wohl daheim zu gehen? OK, OK, die Frage lautet: Was mache ich, wenn mein vierzehn Wochen junger Hund Zigaretten gefressen hat?

Der aktuelle Fall: Frauchen kommt zu ihrem neuen Liebling, der es irgendwie geschafft hat sich die Packung vom Tisch zu holen. Alle restlichen „Kippen“ sind zerbröselt und „Wau-Wau“ freut sich zu sehen, wie aufgeregt das Frauchen doch sein kann, wenn Welpe ein neues Spielzeug entdeckt hat. Nun, Frauchen wird noch aufgeregter, als sie nach dem ersten Schrecken sieht, das ihrem Schatz der Speichel, wie aus einem Wasserkran,  entgegen fließt.

Das findet Hundchen nun wieder etwas befremdlich. Warum ist die denn so aufgeregt? Da muss doch was nicht stimmen! Dann muss ich mich wohl auch aufregen.

Fazit: nicht nur der Speichelfluss, auch die Darmtätigkeit des Hundchens wird nun etwas flotter, was zu einer flutschigen und etwas grünlichen  Masse führt, die sich nun auf den neuen Teppich ergießt.

Das wiederum scheint Herrchen irgendwie anzufressen, der just in diesem Moment die Szene betritt. Als der seine zerbröselten Zigaretten, seine hilflose Freundin und einen Welpen erblickt, der in seiner Unbeholfenheit sabbernd, durch sein Produkt, zu Frauchen läuft, um zu sehen, was diese hat, wird der Vierbeiner auch schon hoch genommen und mit nicht mehr so fester Stimme, wie bekannt, das Kommando: „Wir müssen zum Tierarzt“ , verkündet.

Nun wird es ein wenig hektisch in diesem Haus. Da beide schon etwas getrunken haben, wird der Nachbar rausgeklingelt. Als dieser hört, dass „wir“ uns vergiftet haben, sieht der auch nicht mehr so locker und gelassen aus, wie „Baby“ ihn noch gestern kennen gelernt hat.

Nun bewegt sich der ganze Tross, den Flur entlang, in Richtung Auto. Da unser Vierbeiner – auf dem Arm von Herrchen – gut durchgeschüttelt wird, wird ihm schlecht. Doch findet „Baby“ es nicht uninteressant, schließlich merkt der kleine Freund, dass es sich alles wohl irgendwie um ihn dreht. Tief durchatmen und mal sehen, was diese Zweibeiner jetzt noch tolles vor haben.

Doch kaum einen Kilometer gefahren spielt das Gleichgewichtsorgan des Hundes dieses Spiel nicht mehr mit. Erstens weiß der Welpe nichts von so einem Organ. Sonst würde er wahrscheinlich nicht zwischen einem gestressten Herrchen einem weinenden Frauchen und einem ratlos dreinschauenden Nachbarn hin und her blicken. Und zweitens bemerkt der kleine Racker, das ihm übel wird. Prompt sendet diese blöde Organ das Signal „Magen entleeren“ an den Körper.

Natürlich bemerkt Herrchen die Wogen, die durch seinen kleinen Schützling laufen, ehe sich trotz lang gestreckter Armes – soweit im Auto möglich – das abendliche Fresschen über seine Finger, Hose und auch über das Armaturenbrett der Beifahrerseite ergießt, was der Nachbar nun auch nicht mehr witzig findet. Als Herrchen nun starr vor sich hin blickend, die allgemeine Frage stellt, ob SIE schon beim Tierarzt angerufen hat, muss Frauchen gestehen, dass sie das, in all ihrer Aufregung wohl vergessen hat. Aber zum Glück gibt es ja heute Handys.   Infos: Praxis   Infos: Shop

Über Dr. Frank Apfel

Ich betreibe seit über 20 Jahren eine ganzheitlich ausgerichtete Kleintierpraxis in Rees, am Niederrhein.
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